Sinn der Rettungsgasse

Sinn der Rettungsgasse

Salopp gesagt: Bei Stau stehen viele Fahrzeuge im Weg. Muss jetzt ein Einsatzfahrzeug (Polizei, Feuerwehr, RTW mit Blaulicht) dringend durch den Verkehr gelangen, sieht die StVO folgende Lösung vor. Schon der § 38 StVO besagt, dass Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht und Martinshorn „sofort freie Bahn zu schaffen“ ist.
Was offenbar den wenigsten Autofahrern bewusst ist:
Bei Stau auf Autobahnen und auf mehrspurigen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften muss schon bei stockendem Verkehr, bei der Staubildung, die Rettungsgasse gebildet werden ( § 11 Abs. 2 ).
Für mehrspurige Straßen und Autobahnen ist genau festgelegt, an welcher Stelle das zu geschehen hat. Besonders gut merken kann man sich das anhand der „Rechte-Hand-Regel“. Fahrzeuge auf der linken Spur weichen nach links aus. Alle Fahrzeuge auf den spuren rechts daneben, weiche jeweils nach rechts aus. So ist die Rettungsgasse im Idealfall immer recht neben den links stehenden Fahrzeugen vorzufinden.
Der Seitenstreifen, auch Standstreifen genannt, muss für Pannenfahrzeuge frei gehalten werden, darf also nicht als Fahrspur genutzt werden. Außnahme: Beschilderte Freigabe des Seitenstreifens oder Vorbeiführung an einer Unfallstelle.

 

Nur mit dieser vorbereiteten, durchgängig befahrbaren Rettungsgasse können Rettungskräfte ungehindert und somit schnellstmöglich die Unfallstelle erreichen. Auch Abschleppwagen dürfen für den Zweck der Beseitigung von Unfallfahrzeugen die Rettungsgasse bilden. Um so schneller wird auch die Ursache des Staus beseitigt, was sicherlich im Interesse aller wartenden Autofahrer sein dürfte.

 

Die Realität

Leider zeigte sich in den letzten Jahren, dass das Bilden der Rettungsgasse so gar nicht klappt. Schon gar nicht sofort bei Stau-Beginn! Hier eine (sicherlich noch unvollständige) Auflistung der Probleme.